Samstag, 04 August 2018 15:15

Wirtschaft der Schweiz

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Schweiz
Flagge der Schweiz
Weltwirtschaftsrang 19. (nominal) (2015)
Währung Schweizer Franken (CHF)
Umrechnungskurs CHF 1.– = EUR 0.87

Die Wirtschaft der Schweiz gilt als eine der stabilsten Volkswirtschaften der Welt. Berechnet nach dem Bruttoinlandsprodukt liegt die Schweiz weltweit an 19. Stelle, berechnet nach dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf sogar auf dem 4. Platz. In Europa belegt die Schweiz den 9. Platz. Hauptarbeitgeber ist der Dienstleistungssektor mit seinem Handels- und Finanzplatz. Daneben sind aber auch der Tourismus und die Industrie wichtige Zweige der Schweizer Wirtschaft.

 

Geschichte

Die Schweizer Industrialisierung fand zuerst schwerpunktmässig im Kanton Zürich und Umgebung statt. Anfänglich war es hauptsächlich die Textilindustrie, doch die entwickelte – zuerst nur für den Eigenbedarf – rasch eine aktive Maschinenindustrie. Diese produzierte die Textilmaschinen, Dampfmaschinen und für die neue Eisenbahn Lokomotiven. Das waren die ersten Industrieschwerpunkte, bald sollte auch noch die chemische Industrie z. B. am Rheinknie um Basel folgen. Die Uhrenindustrie entwickelte sich vor allem in der Westschweiz und entlang des Jurabogens. Ihr Wissen und ihr Können lag viel mehr im Handwerk und in der Präzisionsarbeit. Mechanische Uhrwerke produzierte man vorerst in vielen kleinen Heimwerkstätten und Kleinstfabriken.

Kennzahlen
Bruttoinlands-
produkt (BIP)
USD 664,6 Mrd. (nominal) (2015)
USD 482,35 Mrd. (PPP) (2015)
BIP pro Kopf USD 80'675 (nominal) (2015)
USD 58'551 (PPP) (2015)
BIP nach Wirtschaftssektor Landwirtschaft: 1,2 % (2009)
Industrie: 26,8 % (2009)
Dienstleistung: 72 % (2009)
Wachstum 1,78 % (2008)
Inflationsrate 0,7 % (2008)
Erwerbstätige ca. 4,53 Mio. (2009)
Erwerbsquote ca. 58 % (2009)
Arbeitslose 111'378 (30. Juni 2011)
Arbeitslosenquote 2,8 % (30. Juni 2011)
Außenhandel
Export EUR 124,1 Mrd. (2009)
Exportgüter Pharmazeutika, Industriemaschinen, Präzisionsinstrumente, Uhren 
Exportpartner Deutschland: 19,2 % (2009)
USA: 10 % (2009)
Italien: 8,4 % (2009)
Import EUR 111,9 Mrd. (2009)
Importgüter Pharmazeutika, Industriemaschinen, Metallwaren
Importpartner Deutschland: 32,5 % (2009)
Italien: 10,7 % (2009)
Frankreich: 9,3 % (2009)
Außenhandelsbilanz EUR 12,2 Mrd. (2009)
Öffentliche Finanzen
Öffentliche Schulden 34,7 % des BIP (2014)
Staatseinnahmen 34,5 % des BIP (2008)
Staatsausgaben 32,2 % des BIP (2008)

Ende des 19. Jahrhunderts gelangte die Elektrotechnik zur Reife. Das bedeutete die Chance für den Aufschwung der Elektrizitätswirtschaft in der Schweiz. Wegen fehlender Kohlevorkommen war ihr diese verwehrt gewesen. Gezwungen, die Möglichkeiten zur Mechanisierung ohne Dampfantrieb auszuloten, fand die Schweiz in der Wasserkraft Mittel und Wege, um ihr Energie-Handikap wettzumachen. Das führte auch zur Pionierrolle der Schweiz bei der Elektrifizierung ihres Eisenbahnnetzes.

Turbinenherstellung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Die Turbinenherstellung für Kraftwerke als einer der «Motoren» der Industrialisierung und der Exportwirtschaft (siehe Tabelle).

 

Wirtschaftsdaten

Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz betrug 2012 rund 592 Milliarden Schweizer Franken, was rund 74'010 Franken pro Kopf entspricht (pro Kopf auch der nicht-erwerbstätigen Bevölkerung). Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte die Schweiz 2015 einen Indexwert von 162 (EU-28:100) und damit etwa 130 % des deutschen Wertes.

 

Arbeitsmarkt

Die Schweiz hat einen liberalen Arbeitsmarkt. Insbesondere ist der Kündigungsschutz nicht so ausgebaut wie in anderen europäischen Ländern. Das erlaubt es den Firmen, flexibel auf die Konjunktur zu reagieren.

Im Zuge der globalen Abschwächung der Wirtschaft stieg die Arbeitslosigkeit in der Schweiz zu Beginn des 3. Jahrtausends vom Tiefpunkt 1,6 % im Jahr 2001 bis auf den Höhepunkt der Arbeitslosenquote von 3,9 % im Jahr 2004. In den letzten Jahren zog die Wirtschaft jedoch wieder an und die Arbeitslosenquote begann wieder zu sinken.

Durchschnittlich waren im Jahr 2007 in der Schweiz 109'189 Personen als arbeitslos gemeldet, das entspricht einer Arbeitslosenquote von 2,8 %. In der Deutschschweiz betrug sie 2,2 %, während sie in der Westschweiz und dem Tessin bei 4,2 % lag.

 

Struktur der Schweizer Wirtschaft

Landwirtschaft und Rohstoffe

Im hochindustrialisierten Dienstleistungsstaat Schweiz arbeiten heute weniger als vier Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft. Trotzdem wird dieser Wirtschaftszweig vom Bund mit beträchtlichen Mitteln unterstützt (Subventionen). Die landwirtschaftliche Produktion ist regional sehr unterschiedlich. In den Voralpen, Alpen und im Jura dominiert Viehzucht und Milchwirtschaft, im Mittelland Getreide-, Kartoffel- und Rübenanbau, in der Ostschweiz und im Wallis Obst. In verschiedenen Gebieten wird Weinbau betrieben. Exportiert wird in erster Linie Hartkäse (Emmentaler, Greyerzer (Gruyère), und Sbrinz).

In der Schweiz dominiert in der Landwirtschaft die integrierte Produktion. Der Anteil der biologisch bewirtschafteten Landwirtschaftsfläche betrug 2011 10,8 %. 2005 erreichte der Anteil biologisch produzierender Betriebe mit 6320 sogenannten Knospe-Betrieben seinen bisherigen Höhepunkt, danach nahm dieser Anteil wieder ab und zwar sogar stärker, als der allgemeine Strukturwandel. Seit 2011 hat dieser Trend gedreht und die Anzahl an Bio-Landwirtschaftsbetrieben wächst wieder, zuletzt auf 5731 im Jahr 2012.[28] Es gibt keinen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzensorten, ausser zu Forschungszwecken.

Die Schweiz ist rohstoffarm. Abgebaut werden Kies, Kalkstein (Jura), Ton, Granit (Graubünden, Tessin) und Salz (Rheinfelden, Bex). Kohle, Uran und Erdöl sind bisher nur in Spuren gefunden worden. Mehrere Minen, die in der Vergangenheit Eisenerz (Sargans, Fricktal, Stechelberg), Asphalt (La Presta, Travers), Kupfer (Zinal) oder Gold (Gondo) lieferten, wurden mittlerweile geschlossen.

Ein wichtiger Rohstoff der Schweiz ist die Wasserkraft, die mit Speicherkraftwerken und Laufkraftwerken zwei Drittel des Schweizer Elektrizitätsbedarfs deckt. Siehe auch: Liste der Speicherseen in der Schweiz. Im übertragenen Sinn ein äusserst wichtiger «Rohstoff» ist die Schönheit der Landschaft.

 

Hier finden Sie einen Inhaltsverzeichnis für weitere Informationen und Anhaltspunkte rund ums Thema "Wirtschaft der Schweiz" mit einem direkten Link auf Wikipedia, die freie Enzyklopädie :

 

 

Quelle: Wirtschaft der Schweiz - Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

Gelesen 142 mal Letzte Änderung am Montag, 06 August 2018 16:38

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